Schufa

Die Schufa Holding AG (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine private Auskunftei. Sie erstellt eine Datenübersicht von Privatpersonen, um Firmen und Institutionen mit Informationen zur Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt, zu unterstützen. Die Schufa ist außerdem im Forderungsmanagement aktiv und verwaltet die Kredite von Unternehmenskunden.

Für die Bonitätsprüfung legt die Schufa Scoring-Werte an, die einen direkten Überblick über das statistische Ausfallrisiko und alle kreditrelevanten Informationen eines Kreditnehmers geben. In diesen Score fließen Informationen wie die Zahl der unterhaltenen Bankkonten, aufgenommene Kredite und die Anzahl der Wohnungswechsel in der Vergangenheit ein.

Die Scores reichen auf einer Werteskala von 1 bis 100. Je niedriger die Scorewerte sind, desto größer ist die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit. Dabei gilt, dass jeder Score vom Zweck der Abfrage und vom dazugehörigen Geschäftsmodell abhängig ist. Mobilfunkanbieter erhalten also nicht dieselben Scorewerte wie Banken oder Versicherungen. Dabei werden ausschließlich nichtbezahlte Rechnungen berücksichtigt. In manchen Fällen ist der Abschluss eines klassischen Handyvertrags nicht möglich, weil der Schufa-Score nicht für eine Bewilligung eines solchen Vertrags ausreicht. Darüber hinaus setzt sich die Schufa gegen Identitätsdiebstahl und die Weitergabe an unbefugte Dritte ein.

Wann kommt die Schufa-Auskunft zum Einsatz?

Die Bonitätsauskunft ist immer dann nötig, wenn Du einen Vertrag abschließt oder einen Kredit aufnimmst. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Kreditkarten, einen Autokredit, Ratenkredit, Handy-Vertrag, Leasing-Vertrag oder eine Wohnung - beispielsweise von Immowelt - handelt. Der Geschäftspartner möchte sichergehen, dass Du Deine Finanzen auch in einigen Monaten noch unter Kontrolle hast und die geforderten Leistungen bezahlen kannst. Vor allem Vermieter sind daran interessiert, dass Mieter ihre Wohnkosten regelmäßig überweisen.

Die erste Anlaufstelle ist die Webseite von Meineschufa. Das ist die offizielle Internet-Präsenz des Unternehmens. Einige Vertragspartner erfragen die Daten der Verbraucher direkt bei der Schufa, vielen Vermietern ist es allerdings lieber, wenn der Mieter seine Bonitätsauskunft selbst organisiert und bei ihm abliefert. Bevor Du Deine Selbstauskunft (auch: Eigenauskunft) herunterladen kannst, musst Du sie bestellen. Je nachdem, ob Dein Vertragspartner eine Kurzauskunft oder eine umfangreiche Variante wünscht, gibt es entsprechende Pakete mit mehr oder weniger Informationen. Allerdings, egal welches Paket du auswählst: Wenn Du es selbst anforderst, musst Du es bezahlen. Auch wenn Du das für Abzocke hältst – an der Schufa führt selten ein Weg vorbei, denn in der Marktwirtschaft ist Kontrolle mehr wert als Vertrauen.

Einmal jährlich hast Du die Möglichkeit, auch kostenlos an die normalerweise kostenpflichtige Bonitätsauskunft heranzukommen. Der Grund dafür ist das Bundesdatenschutzgesetz. Das sieht vor, dass sich jeder mindestens einmal im Jahr einen Überblick über alle über sich selbst gesammelten Daten von Meineschufa verschaffen kann. Darüber hinaus bist Du nicht verpflichtet, Deine Übersicht bei Meineschufa zu beantragen. Es lohnt sich, sich über verschiedene Anbieter und ihre Konditionen zu informieren. Unter Umständen kommst Du dabei billiger weg.

Selbstauskunft und Unternehmensauskunft

Neben der klassischen Schufa-Auskunft, die Informationen über Deine Kreditwürdigkeit liefert, gibt es auch die Unternehmensauskunft (auch: Unternehmensbericht). Die kannst Du für viele unterschiedliche Firmen anfordern. Darin erfährst Du, welche Deiner Daten die Firmen speichern und für welchen Zweck.

Ist es möglich, Handy-Verträge ohne Schufa abzuschließen?

Es gibt vereinzelte Anbieter mit Sondertarifen, die einen Handy-Vertrag ohne Schufa ermöglichen. Solche Verträge sind allerdings üblicherweise an eine vorherige Kautionszahlung gebunden, um das Risiko eines vollständigen Zahlungsausfalls für den Mobilfunkanbieter zu minimieren. Eine Alternative ist der klassische Prepaid-Tarif, bei dem die Zahlung im Voraus erfolgt und somit das Risiko für den Provider minimiert. Für den Kunden haben Prepaid-Tarife dabei keinen Nachteil, der Leistungsumfang von Prepaid-Tarifen und den klassischen Postpaid-Modellen ist in der Regel identisch.

Die Schufa in der Kritik

Um einen möglichst umfangreichen Schufa-Spiegel über den Antragsteller abzuliefern, speichert die Schufa sehr viele Daten. Klar, dass vor allem Datenschützer alarmiert sind und fürchten, dass die Angaben missbraucht oder weitergeleitet werden könnten. Ein weiteres Problem: Bisher ist nur bedingt bekannt, wie die Schufa mit den Daten umgeht und wie sich Branchenscores und Basisscore zusammensetzen. Die Webseite Algorithmwatch hat es sich mit der Kampagne OpenSchufa zur Aufgabe gemacht, mehr über die Datenspeicherung zu erfahren. Wer möchte, kann sich an dem OpenSchufa-Projekt beteiligen und mit einer Geld- oder Datenspende helfen.

« zum Glossar

Nach
Oben