Rufnummernmitnahme - Wir zeigen Dir wie einfach es gehen kann!

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und viele Handynutzer wechseln den Vertragsanbieter immer häufiger. Aber was passiert eigentlich mit der liebgewonnenen Rufnummer? Wie Du Deine gewohnte Nummer mitnehmen kannst und was Du dabei beachten musst, erklären wir Dir hier.

Die Rechtslage:

Seit dem 1.November 2002 sind Telekommunikationsanbieter verpflichtet, Ihren Kunden die Rufnummernmitnahme in einen Neuvertrag bei einem anderen Anbieter zu ermöglichen. Das Verfahren der Rufnummernportierung, „Mobile Number Portability“ (MNP) genannt, soll einen reibungslosen Ablauf garantieren. Grundlage dieses Verfahrens ist das lebenslange Nutzungsrecht eines Nutzers an seiner Rufnummer – ein Prinzip, das die Bundesnetzagentur allen Vertragsinhabern zugesprochen hat. Dieses Nutzungsrecht umfasst auch Vorwahl und Mailbox eines Nutzers und ist übrigens auch die Ursache dafür, dass der Netzanbieter eines Gesprächspartners nicht mehr an seiner Vorwahl erkennbar ist – die Grenzen sind mittlerweile einfach verwischt. 

Seit 2012 sind die Telekommunikationsanbieter übrigens verpflichtet, die Rufnummernmitnahme auch vor Ablauf eines bestehenden Vertrags zu ermöglichen (sog. vorzeitige Portierung). Du kannst also prinzipiell jederzeit einen neuen Handyvertrag abschließen und Deine alte Nummer mitnehmen. Dabei gilt aber auch, dass Dein alter Vertrag auf jeden Fall weiterläuft – für ihn muss Dir Dein alter Anbieter eine neue Nummer zur Verfügung stellen. Wichtig ist aber in allen Fällen die Einhaltung der notwendigen Fristen! Dein Antrag auf Rufnummernmitnahme muss spätestens 30 Tage nach Ende Deines Altvertrages bei Deinem neuen Anbieter vorliegen. Das klingt zwar ausgesprochen komfortabel, muss aber in jedem Fall erfüllt werden – darum lieber zeitgleich kündigen und die Rufnummernportierung beantragen! Spätestens 3 Monate vor Vertragsende.

Ausnahmen - In einigen Fällen ist die sofortige Portierung nicht möglich. Warum?

Wenn ein Anbieter die Rufnummernmitnahme verweigert, liegt das fast immer daran, dass es sich nicht wirklich um einen Anbieterwechsel handelt - sondern nur um einen Tarifwechsel. Wie das? Ganz einfach - hier kommt die Flut der Sekundäranbieter ins Spiel. Nehmen wir als Beispiel einen Kunden, der von BASE zu Aldi Talk wechseln will. Von außen betrachtet nimmt der Kunde an, er würde den Anbieter wechseln. Tatsächlich aber handelt es sich nur um einen Tarifwechsel, denn beide Netze werden von E-PLUS betrieben. Gleiches gilt auch für Kunden von Lidl Mobile oder Fonic. Fazit: Informiere Dich am besten im Vorfeld, welcher Netzbetreiber hinter Deinem Vertrag steht. Wenn Du Dir nicht sicher bist, findest Du auf der Website Deines Anbieters die nötigen Hinweise.

Prepaid

Bei Prepaid-Tarifen gibt es zwei Möglichkeiten. Den Wechsel von Prepaid in einen Laufzeitvertrag und den Wechsel von Prepaid zu Prepaid. Die Rufnummernmitnahme in einen Laufzeitvertrag ist generell unproblematisch, das gilt sowohl für den Wechsel zu einem Fremdanbieter als auch beim Wechsel beim selben Anbieter von Prepaid zum Laufzeitvertrag. Beim Wechsel von einem Prepaid-Anbieter zum nächsten ist es etwas komplizierter. Zum einen ist ein Wechsel bei manchen Discount-Anbietern schlicht nicht vorgesehen, zum anderen ergeben sich Besonderheiten aus dem Bezahlmodell von Prepaid-Verträgen. 

Nicht selten fordert ein Alt-Anbieter eine Verzichtserklärung, mit der Du Dich einverstanden erklärst auf ein möglicherweise bestehendes Restguthaben zu verzichten. 
Wichtig ist hier übrigens auch die Frage, ob Dein Handy im Prepaid-Tarif ein Gerät mit Sim-Lock-Sperre ist. Üblicherweise subventioniert den Anbieter ein solches Handy und erlaubt einen kostenfreien Wechsel erst nach einer bestimmten Nutzungszeit. Vor Ablauf dieser Frist kann eine Entsperrpauschale von bis zu 100€ fällig werden. 
Sind alle Hindernisse ausgeräumt, gilt hier noch folgendes zu beachten: Alle Kosten, die durch den Wechsel und die Rufnummernmitnahme anfallen, werden vom Kartenguthaben abgebucht. Das ist darum enorm wichtig, weil bei unzureichendem Guthaben die Rufnummernportierung nicht ausgeführt werden kann! 
Ausnahmen kann es bei Prepaid-Anbietern geben, die ihren Kunden die Vorauszahlung per Lastschrift ermöglichen.

So wird’s gemacht:

Anders als früher kann eine Mobilfunknummer nicht nur zum Vertragsende portiert werden, sondern bereits während eines laufenden Vertrags. In jedem Fall bist Du verpflichtet, Deinen bisherigen Anbieter über Deine Absichten in Kenntnis zu setzen. Sollte Dein alter Vertrag nicht sowieso ausgelaufen sein, bleibt er natürlich bestehen und anfallende Kosten müssen natürlich weiter entrichtet werden.

Da alle Telekommunikationsanbieter ihrerseits verpflichtet sind Dir die Portierung anzubieten, es aber kein einheitliches Verfahren dafür gibt, solltest Du Dich frühzeitig informieren, auf welchem Weg Du Deine Rufnummernportierung bei Deinem Anbieter beantragen kannst. Besonders kundenfreundlich ist es natürlich, wenn Dein Neuanbieter ein vereinheitlichtes Serviceportal für den Wechsel und die Rufnummernportierung anbietet – in diesem Falle kümmert sich der Anbieter um Deine Portierung, ohne dass Du Dir groß den Kopf zerbrechen musst. Das ist bis heute leider nicht immer der Fall. Im Regelfall genügt bei einigen Anbietern ein formloses Anschreiben. Andere Anbieter bieten eine Kontaktmaske auf einer Serviceseite, wieder andere sind am besten über die Kontakthotline über den Wechsel in Kenntnis zu setzen.

Wichtig: auf korrekte Daten achten

In Zeiten von Big Data läuft praktisch alles über Datenbanken. Darum solltest Du in jedem Fall darauf achten, die richtigen Daten Deines bestehenden Altvertrags anzugeben. Schon bei minimalen Abweichungen bei Adresse oder Vertragsnummer kann die Portierung scheitern.

Ablauf nach Einigung Deines Antrags auf Rufnummernportierung

Allen Wegen ist eines gemein: Nach Eingang Deines Antrags wird Deine Nummer nach einem Zeitraum von 30 Tagen von Deinem Altanbieter freigegeben. Innerhalb dieser Frist muss Dein neuer Anbieter dann die Übernahme der Nummer beantragen. Da die Mühlen der Bürokratie auch bei Telekommunikationsanbietern langsam mahlen, solltest Du ein paar Tage nach Versand Deines Portierungsantrags warten, bevor Dein neuer Anbieter tätig werden soll. Anderenfalls kann es vorkommen, dass der Portierungsantrag vorzeitig scheitert. 
In aller Regel werden Dich aber beide Anbieter nach kurzer Zeit über die Portierung informieren.

Am Tag der Portierung kann es dann kurzfristig zu Problemen bei der Erreichbarkeit kommen, die allerdings nach einigen Stunden behoben sein sollten.

 

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